Fragen zu Menschenwürde und Religionen in Potsdamer und Leipziger Ringvorlesungen 2015 -2020
DOI:
https://doi.org/10.71517/zmr.v107i1-2.193694Schlagworte:
Menschenwürde, Religionen, RingvorlesungAbstract
Das Titelbild des von Johann Ev. Hafner und Hans-Michael Haussig herausgegebenen Bandes über feindselige Aufrufe buddhistischer Mönche gegen die Muslim-Minderheit in Myanmar1 soll deutlich machen, dass sich religiös legitimierte Gewalt nicht auf monotheistische Religionen beschränken lässt. Neun spannende, jeweils mit englischer Zusammenfassung, Anmerkungen und Bibliografie versehene Beiträge, die auf der Grundlage einer Ringvorlesung an der Universität Potsdam entstanden, werden gerahmt von Vorwort und Angaben über die Verfasser. Die Einleitung (9 -22) stellt ausgewogen die neueren Publikationen zum Themenbereich von religiös legitimierter Gewalt und Friedensengagement in Religionsgemeinschaften vor, bevor sie in die einzelnen Beiträge einführt. Wie die Herausgeber betonen, nimmt ihr Buch »die Gewalttätigen beim Wort: Untersucht werden solche Situationen, in denen ›Gott ist auf unserer Seite‹ vernehmlich und explizit gerufen wird. Von dort aus kann in einem zweiten Schritt analysiert werden, inwiefern Religion latent (über Erziehung, Sprachformen, Vorbilder) auf Gewaltbereitschaft einwirkt.« (10) Was bedeutet im Einzelnen religiöse Legitimierung von Gewalt bzw. Friedensengagement für die Menschenwürde?