Sehnsucht nach einer kosmischen Beheimatung
Maria-Luise-Born-Kunstpreis 2021 an den indischen Künstler Jyoti Sahi verliehen
DOI:
https://doi.org/10.71517/zmr.v107i1-2.193718Schlagworte:
Marie-Luise-Born-Kunstpreis, Kunst, SehnsuchtAbstract
Erstmals wurde im Jahr 2021 der Maria- Luise-Born-Kunstpreis für kontextuelle religiöse Kunst verliehen. Er greift das Engagement der Stifterin Maria-Luise Born für eine Förderung der Kunst auf, die sich selbst der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Fragen – und insbesondere der Überlebensfragen – der Menschen in den unterschiedlichen religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten verpflichtet weiß. Der im Jahr 2020 verstorbenen Stifterin Maria-Luise Born war es ein Anliegen, Kunst eben nicht nur als Illustration, Abbildung von Objekten oder bloßes Designelement zu verstehen, sondern als einen individuellen und doch in einem spezifischen Kontext verwurzelten Ausdruck des menschlichen Ringens um Identität, Beziehung und Zukunft. Davon zeugt nicht zuletzt der von Maria-Luise Born gestaltete Fisch-Zyklus, der in einer kontextverwurzelten Weise auf die Herausforderung der Umweltzerstörung und dabei ganz konkret auf die zukunftsgefährdende Vermüllung der Meere mit Plastikpartikeln hinweist. Kunst geht in diesem Sinn eine Symbiose ein, übernimmt eine sigmatische Funktion und wird zugleich zum Ausdruck einer tief im Menschen
angelegten Religiosität, die sich nicht nur in der Literatur und Musik, sondern insbesondere in der bildenden Kunst mit ihren Ausdrucksformen der Malerei, Grafik, Bildhauerei, Architektur, Keramik etc. entfaltet.