Die Mystik und das Wort

Oder: Was Frömmigkeitsgeschichte zur ökumenischen Verständigung beitragen kann

Autor/innen

  • Volker Leppin

DOI:

https://doi.org/10.71517/zmr.v107i3-4.193724

Schlagworte:

Mystik, Worttheologie, Dialektische Theologie, Protestantismus

Abstract

Die protestantische Dialektische Theologie hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts scharf von Mystik abgegrenzt. Zentral hierfür wurde die Kritik an Schleiermacher und den ihm zugeschriebenen mystischen Zügen. Auf Karl Barths deutliche Kritik folgte Emil Brunner mit seiner programmatischen Schrift Die Mystik und das Wort, die eine Abrechnung mit dem Berliner »Kirchenvater des 19. Jahrhunderts« darstellte. Dass sich das in diesem Zuge von der Dialektischen Theologie gezeichnete negative Bild vom Verhältnis von Mystik und Protestantismus nachhaltig durchsetzen konnte, liegt nicht zuletzt daran, dass umgekehrt unter den Deutschen Christen die Verbindung von Mystik und Luthertum sehr populär war. In kritischem Umgang mit diesem Missbrauch hilft der Blick auf Schleiermacher, aber auch Johann Arndt, Johann Sebastian Bach und nicht zuletzt Martin Luther selbst, positive Potenziale der Mystik für den Protestantismus zu entdecken. Dies eröffnet dann auch ökumenische Perspektiven. In einem interdependenten kritischen Wechselspiel kann Mystik den Weg zum Wort eröffnen und das Wort den Raum der Mystik eröffnen.

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Veröffentlicht

2026-07-13