Bruder Jordanus und eine mittelalterliche Dominikanermission in Indien und Sri Lanka
Gab es bereits im 14. Jh. eine Diözese Colombo?
DOI:
https://doi.org/10.71517/zmr.v107i3-4.193781Schlagworte:
Asienmission, 14. Jahrhundert, Dominikanermission, Thomaschristen, Sri Lanka, ReiseberichtAbstract
Die Frage nach einer Existenz einer präkolonisatorischen christlichen Gemeinde in Südindien und Sri Lanka lässt sich aus europäischer Perspektive anhand von erstaunlicherweise erhaltenen Berichten der sog. ›Mongolenmission‹ des 14. Jahrhunderts positiv beantworten. Indizien hierfür finden sich in zwei Briefen des Dominikanermissionars Frater Jordanus Catalha de Sévérac sowie in einem von ihm verfassten literarischen Reisebericht Mirabilia descripta über die Wun- der Indiens. Insbesondere die geplante Einrichtung einer regulären Diözese in ›Columbum‹ durch Papst Johannes XXII. mit der Ernennung von Frater Jordanus zum Inhaber des Bischofssitzes in Form einer Urkunde vom 5. April 1330 insinuiert, dass es in der heutigen Hauptstadt Sri Lankas, in Colombo, bereits eine christliche Gemeinde gegeben haben muss. Ein Versuch einer Umdeutung dieser schriftlich niedergelegten Notiz auf das Zentrum der Thomaschristen in Quilon scheint am Quellenbefund vorbeizugehen. Zahlreiche Details des Reiseberichts legen eine Vertrautheit Frater Jordanus’ mit der Insel Sri Lanka nahe.