Ein neuer alter Blick auf das Verhältnis von Mission und Diakonie
Vom Reiz der Wichern-Rezeption
DOI:
https://doi.org/10.71517/zmr.v107i3-4.193782Schlagworte:
Wichern, Innere Mission, Diakonie, EvangelisationAbstract
In protestantischen Diskursen wird Johann Hinrich Wichern (1808-1881) als Wegbereiter der modernen Diakonie erachtet. Eine Rezeptionslinie entgegnet allerdings, dass er ebenso als Wegbereiter der modernen Volksmission zu gelten habe. Seine Innere Mission sei mehr gewesen als Diakonie. Demgegenüber stellt der vorliegende Artikel ein Zweifaches heraus: (1) In der Tat war Wicherns Innere Mission mehr als Diakonie. (2) Doch lässt sie sich auch nicht angemessen als Summe von Diakonie und Evangelisation beschreiben. Wichern verband in seinem Programm der Inneren Mission nicht zwei getrennte Elemente – Diakonie und Evangelisation – miteinander. Tatsächlich dachte er von Diakonie und Evangelisation nicht in einem Gegenüber, wie es in der gegenwärtigen westlichen Theologie verbreitet ist.